Macht Lernen dumm?

„Wenn du den Sumpf trocken legt willst, darfst du nicht die Frösche fragen.“ fordert der Hirnforscher und Schulkritiker Gerald Hüther und nennt unser Schulsystem ein „Skandal“. „Wenn Schule ein Unternehmen wäre, wäre es längst pleite“, legt Hüther nach.

 

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Ein Tag im Knast

„Der Knast ist die Hölle“, „Sei rücksichtslos oder stirb“. Über Gefängnisse wird viel geschrieben, gesendet und berichtet. Dabei bemühen Journalisten und Filmemacher oft ihre Fantasie. Nüchtern betrachtet stell sich die Frage: Sind Gefängnisaufenthalte nützlich und sinnvoll? Werden Jugendlichen Kleinkriminelle im Gefängnis geheilt oder lernen dort nur das Handwerkszeug für die große Knastlaufbahn? Das offizielle Ziel des Jugendgefängnisses lautet „künftig in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu führen“ (§ 2 Strafvollzugsgesetz). 

von Johannes Sehnert

Zu Beginn ein paar Daten.
Die Justizstrafanstalt in Regis-Breitlingen bietet 347 Plätze für jugendliche Straftäter bis maximal 25 Jahre. 221 sitzen aktuell im Strafvollzug. Die Ausländerquote beträgt 3,5 %. Mit 210 Bediensteten kommt auf jeden Jugendlichen etwa einer. Eine ausgeglichene Quote.

Didi01  / pixelio.de

Didi01 / pixelio.de

Die Hölle auf Erden?
Wenn in Filmen und Fernseher vom Gefängnisalltag berichtet wird, sind Bandenkriege, eine ausgeprägte Hierarchie und Demütigungen an der Tagesordnung. „Die Serien dazu? Das ist Quatsch“ antwortete ein inhaftierter Jugendlicher auf die Frage, ob man sich den Gefängnisalltag wie in der Serie „Der Jugendknast“ auf RTL II vorstellen könne. Auch die Sozialarbeiterin, welche die Führung organisierte berichtete nicht ganz ernst, dass sich gerade ein paar der „Ausländer zusammenfinden und gegen die ‚Deutschen‘ ein bisschen kämpfen“ Leicht sollte man sich den Aufenthalt im Gefängnis allerdings nicht vorstellen. Reibungen und Konflikte treten natürlich auf. Auch im Unterricht können beleidigende Bemerkungen sehr schnell mal zu körperlicher Gewalt eskalieren. Es gibt Opfer- und Täterrollen und viele scheinen sich dort wiederzufinden. Gefahren gibt es als. Doch müssen die Jugendlichen dort nicht täglich um ihr Überleben kämpfen. Das Fundament wird aktiv gelegt, damit der Aufenthalt im Gefängnis nicht nur „abgesessen“, sondern auch sinnvoll genutzt werden kann. Weiterlesen

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Was ist nur mit den Jungen los? Vortrag von Astrid von Friesen

Astrid von Friesen — Was ist bloß mit den Jungen und Söhnen los?
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Das verborgene Potential hinter Konflikten

Lukas (13) und Kevin (12) gelten in der Schule schon seit längerem als „Problemkinder“. Beide zeigen starke Wutausbrüche und geraten in der Schule oft aneinander, was nicht selten zu körperlicher Gewalt führt. Ab und an, suchen sie sich in den Pausen „Opfer“ aus, um sie gemeinsam fertig zu machen. Nachsitzen und Drohreden der Lehrer haben bisher keine Auswirkungen gezeigt.

Johannes Sehnert

Dieses fiktive Beispiel ist im Schulalltag keine Seltenheit. Die Entstehung von Gewalt ist sehr oft auf Konflikte zurückzuführen. Dabei sind Konflikte nicht per se schlecht. Das Austragen von Konflikten beinhaltet die Möglichkeit, Ungerechtigkeiten aufzudecken und zwischenmenschliche Spannungen zu beheben. Damit ein Konflikt nicht in eine gewaltvolle Auseinandersetzung mündet, ist es nötig:

  1. ein Verständnis für die Entstehung von Konflikten zu schaffen. Darauf aufbauend können
  2. Lösungswege vorgeschlagen werden, um Kindern und Jugendlichen einen konstruktiven Umgang mit Konflikten zu ermöglichen.

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Erlebnis „Pädagogik“ – Fachkraft in Leipzig gesucht

Das intensivpädagogische Leipziger Wohnprojekt „Farbwahl“ sucht ab sofort einen engagierten Mitarbeiter, der:

  • systemisch und lösungsorientiert Lebenswelt gestaltet
  • akzeptierend und achtsam Entwicklung ermöglicht
  • alltagstauglich und stressressistent
  • Jugendliche in der Verselbständigung unterstützt
  • fehlerfreundlich mit anderen, und reflektiert mit sich umgeht
  • 35 Stunden in Wechselschicht den Alltag „unserer“ Kinder begleitet

Wohnprojekt „Farbwahl“ bietet:

  •  ein persönlich und fachlich versiertes Team
  •  tarifangelehnte Vergütung

… und einen der abwechslungsreichsten, spannendsten und herausforderndsten Arbeitsplätze überhaupt !

fwInformationen und Kontakt:
Anne-Katrin Krüger
Tel.: 03 41 / 30 393 730

http://www.jugendhaus-leipzig.de

Aussagekräftige Kurzbewerbung per E-Mail an: farbwahl@jugendhaus-leipzig.de

 

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Methodenkoffer: „Kleines Stimmungstheater“

In der Sozialpädagogik ist es oft sinnvoll, Kinder aktiv in Rituale mit einzubinden, um ihnen die Orientierung zu erleichtern. Das „Kleine Stimmungstheater“ ist ein gutes Einführungsritual bei der Arbeit mit Kindern.

Von  Johannes Sehnert

Gefühle können sehr gut nonverbal ausgedrückt werden

Gefühle können sehr gut nonverbal ausgedrückt werden

Was kann das „Kleine Stimmungstheater“ bewirken? Zu Beginn der Arbeit mir Kindern bietet es sich oft an, an der aktuellen Verfassung und Stimmungslage der Kinder anzuknüpfen. So entsteht für sie die Möglichkeit im Kurs „anzukommen“. Kinder können sich so ernst genommen fühlen und der Gruppenleiter kann ein Verständnis für Handlungen der Kinder entwickeln. Eine bekannte Methode ist das verbale Sprechen darüber, in Form von „wie geht es mir?“. Das „Kleine Stimmungstheater“ bietet eine Variation des Sprechens und ist aus der Idee hervorgegangen, Still-sein und zuhören einzuüben und die nonverbale Verständigung zu fördern.

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Erlebnispädagogik mit selbstgebautem Floss

Mit verschränkten Armen steht der 15 jährige Torsten, seinen Körper halb abgewendet im Kreis mit neun anderen Teilnehmern, die auf die Wiese starren und genervt Gras rupfen. Für die Teilnehmer der Erlebnistage „Stark durchs Leben“ des impulse Erlebnisvereins e.V. ist es eine tägliche Herausforderung der Schulpflicht zu genügen, die sozialen Normen und Anforderungen in der Schule zu erfüllen und mit ihren Mitschülern und Lehrern positive Beziehungen zu gestalten.

von Thomas Necke

Die Erlebniswoche ist eine große Chance endlich etwas durchzuhalten und wichtige Erfahrungen und Methoden als Handwerksszeug mit in den Alltag zu nehmen. Doch der Gedanke sechs Tage mit fremden Jugendlichen auf einem 15 m2 großen Floß und im Hochseilgarten zu verbringen, wo man den anderen das eigene Leben anvertraut, überfordert in den ersten Stunden jeden in der Gruppe.

Wer bin ich?
Der Erste Tag steht unter den Motto „Wer bin ich“ und zielt darauf ab, dass die Jugendlichen sich selbst und sich gegenseitig kennen und vertrauen lernen, um ihre eigenen Stärken und Grenzen besser einschätzen zu können. Inhaltlich werden die Teilnehmer gemeinsam erlebnispädagogische Kooperationsaufgaben lösen, sich gegenseitig interviewen und gemeinsame Floßbau2Verhaltensregeln erarbeiten.

In der zweiten Tageshälfte meistert die Gruppe komplexere Kooperationsaufgaben, um sich damit Taler zu verdienen, mit denen am Ende das Material für das Floß gekauft werden kann.

Torsten wird am Ende des Tages in der obligatorischen Abschlussrunde sagen: „Am Anfang fand ich alles scheiße Alter, na ja es ist ja auch al-les scheiße, aber es geht“ Ein großes Kompliment, wenn man Torstens Biografie kennt. Auf die Frage, was er sich für den Folgetag wünscht, sagt er leise: „So wie heute“. Weiterlesen

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